Silvester in London oder Paris ist grossartig – das behaupten zumindest jene, die dort waren und deren Kreditkarte sich inzwischen erholt hat. Für alle anderen haben wir gute Nachrichten: Einige der schönsten Jahreswechsel Europas finden dort statt, wo die Hotelnacht noch bezahlbar ist und das Feuerwerk trotzdem den Himmel füllt. Wir haben acht Städte verglichen – nach Preis, Stimmung und Erreichbarkeit ab der Schweiz. Und ja, es sind ein paar Überraschungen dabei.
Die Osteuropa-Klassiker: Prag, Budapest, Krakau
Prag an Silvester ist eine einzige Freiluftbühne: Feuerwerk über der Karlsbrücke, Glühwein auf dem Altstädter Ring – und Hotelpreise, die trotz Hochsaison deutlich unter dem bleiben, was westeuropäische Hauptstädte verlangen. Budapest legt noch einen drauf: Wer je um Mitternacht in einem dampfenden Thermalbad wie dem Széchenyi gestanden hat, während über der Stadt die Raketen aufsteigen, vergisst das nicht mehr. Versprochen. Krakau schliesslich ist die günstigste der drei Optionen und mit seinem riesigen Marktplatz mindestens ebenso stimmungsvoll – nur eben ohne den Touristenstrom der beiden anderen.
Die Südeuropa-Geheimtipps: Porto, Sevilla, Valencia
Porto feiert am Douro-Ufer mit einem der schönsten Feuerwerke des Kontinents – und danach gibt es ein Glas Portwein für drei Euro. Drei! Sevilla lockt mit 16 Grad, den «zwölf Trauben» um Mitternacht (eine pro Glockenschlag, wer patzt, hat Pech im neuen Jahr) und Tapas-Preisen zum Verlieben. Valencia kombiniert Stadtstrand, futuristische Architektur und ein Preisniveau, das gut 40 Prozent unter Barcelona liegt. Alle drei erreichst du ab Zürich, Basel oder Genf in unter zwei Flugstunden. Warum machen das eigentlich nicht alle?
Die Überraschungen: Wien und Belgrad
Wien gilt als teuer – stimmt auch, wenn man im ersten Bezirk schläft. Der Silvesterpfad durch die Innenstadt aber ist gratis, und ausserhalb des Zentrums finden sich erstaunlich faire Hotels. Um Mitternacht walzt dann die ganze Stadt zum Donauwalzer. Gänsehaut, jedes Mal. Belgrad ist das wilde Gegenstück: Konzerte auf mehreren Plätzen, legendäres Nachtleben auf den Flussbooten – und ein Preisniveau, bei dem man sich nicht einmal das Taxi zweimal überlegt. Europas unterschätzteste Silvesterstadt, wenn du uns fragst.
Die Buchungslogik ist hier umgekehrt
Merk dir für Silvester-Städtetrips einen Satz: Das Hotel ist der Preistreiber, nicht der Flug. Die zentralen Häuser in Prag und Budapest sind oft schon im November weg – hier lohnt frühes Zugreifen, am besten mit kostenloser Stornierung, dann bleibt der Spielraum. Beim Flug gilt das Gegenteil: Wer am 30. statt am 29. Dezember hinfliegt und am 2. statt am 1. Januar zurück, spart regelmässig 30 bis 40 Prozent. Den ersten Januar-Abend verpasst du dabei übrigens nirgends – am Neujahrstag schläft jede dieser Städte ohnehin aus.

