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Mietwagen im Urlaub: Der grosse Guide gegen versteckte Kosten

Vollkasko, Einwegmiete, Tankregelung, Kreditkarten-Falle: Weshalb der 19-Franken-Mietwagen am Schalter auf einmal 80 kostet, und wie du am Ende trotzdem wirklich günstig fährst.

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Semih – Reise-Redakteur bei Reisedrop

Semih

Reise-Redakteur bei Reisedrop · 2026-07-31

Reisedrop Magazin · 2026-07-31 · Lesezeit ca. 8 Minuten

Der Mietwagen für 19 Franken pro Tag ist gebucht, die Vorfreude ist gross. Und dann stehst du am Schalter, wo plötzlich von «dringend empfohlener Zusatzversicherung», Kaution und Tankgebühren die Rede ist. Aus 19 Franken werden 80. So läuft das Mietwagen-Geschäft oft: Verdient wird nicht mit dem Auto selbst, sondern mit allem, was noch dazukommt. Dieser Guide zeigt dir, wie du die typischen Fallen umkurvst.

Falle 1: Die Angst vor der Selbstbeteiligung

Im günstigen Basistarif steckt meist eine Haftung mit Selbstbeteiligung von 800 bis 2000 Franken. Am Schalter folgt dann gern die «Sorglos-Versicherung» für 15–25 Franken pro Tag. Das ist oft teurer als die Miete. Klüger ist es, schon bei der Buchung einen Tarif mit Vollkasko ohne Selbstbeteiligung zu wählen oder eine unabhängige Mietwagen-Zusatzversicherung abzuschliessen (Jahrespolice ab ca. 50 Franken – lohnt sich ab der zweiten Reise).

Falle 2: Die Tankregelung

«Voll/Voll» ist die einzige faire Lösung. Du übernimmst das Auto vollgetankt und bringst es vollgetankt zurück. Bei «Voll/Leer» bezahlst du die Tankfüllung zum Fantasiepreis, dazu noch eine Servicegebühr. Steht im Vertrag etwas anderes als Voll/Voll, solltest du nachverhandeln oder den Anbieter wechseln. Und den Tankbeleg der letzten Tankstelle: unbedingt aufbewahren.

Falle 3: Die Kaution auf der Kreditkarte

Fast alle Vermieter blockieren eine Kaution (300–2500 Franken) auf einer echten Kreditkarte. Debitkarten wie die meisten Schweizer Bankkarten fallen oft durch. Wer ohne Kreditkarte anreist, steht im schlechtesten Fall ohne Auto da. Also besser vor der Reise kurz prüfen: Läuft die Karte auf den Namen des Hauptfahrers, und ist genug Limite frei?

Falle 4: Übergabe ohne Beweise

Vor der Abfahrt lohnt sich ein kompletter Rundgang mit dem Handy: Auto einmal ganz filmen, also Kratzer, Felgen, Windschutzscheibe, Tankanzeige, Kilometerstand. Bei der Rückgabe dasselbe nochmals. Dauert zwei Minuten. Genau dieses Video ist oft der beste Schutz gegen nachträgliche Schadensforderungen, und das ist im Mietwagen-Geschäft nun mal die häufigste Beschwerde.

Wann sich der Mietwagen wirklich lohnt

Für Städtetrips fast nie. Parkgebühren und Verkehrsstress fressen den Vorteil schnell wieder auf. Für Rundreisen, Inseln und ländliche Regionen dagegen fast immer. Als Faustregel gilt: Ab zwei Personen und drei Ausflügen schlägt der Mietwagen jedes Taxi- und Tourenbudget. Buche früh, idealerweise 3–6 Wochen vor Abreise, vergleiche mit Voll/Voll und Vollkasko und schau dir die zwei, drei neuesten Bewertungen der Station an, nicht bloss den Preis.

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