Kennst du das? Halb Instagram postet schon Palmen für die Festtage, die Kollegin hat «natürlich schon im Mai» gebucht – und du sitzt da, Anfang Dezember, mit exakt null Plänen. Atmen. Wir haben das selbst schon durchgespielt, mehr als einmal. Die Weihnachtsferien last minute zu organisieren ist teurer als mit Vorlauf, klar. Aber verloren ist noch lange nichts. Man muss nur dort suchen, wo tatsächlich noch etwas frei ist – und nicht dort, wo alle hinrennen.
Werde flexibel – bei Ziel, Datum und Abflughafen
Der grösste Fehler ist, sich auf ein Traumziel zu versteifen. Such nicht «Malediven», such «Sonne unter sechs Flugstunden» – und plötzlich tauchen Hurghada, Agadir und die Kapverden auf, wo grosse Charterflieger fast immer Restplätze haben. Zweiter Hebel, und der ist Gold wert: Flieg am 24., 25. oder 31. Dezember. Das sind die billigsten Flugtage des ganzen Winters, weil niemand an Heiligabend im Flieger sitzen will. Wir schon: Um 15 Uhr abheben, um 21 Uhr mit den Füssen im Sand anstossen – ehrlich, es gibt schlechtere Weihnachten. Und dritter Hebel: Schau auch ab Basel und Mailand. Andere Flughäfen, andere Veranstalter, andere Kontingente.
Gross schlägt schön – zumindest jetzt
Für Boutique-Hotels mit zwölf Zimmern bist du im Dezember schlicht zu spät, die waren im September weg. Die 400-Zimmer-Anlage auf Fuerteventura dagegen? Die hat am 20. Dezember fast sicher noch etwas frei – und senkt die Preise sogar, wenn Blöcke leer bleiben. Der zweite unterschätzte Trick: Städte statt Strände. Über die Festtage leeren sich Businessstädte komplett. Lissabon, Sevilla, Athen – mild, stimmungsvoll, überraschend günstig. Silvester auf dem Praça do Comércio, Feuerwerk über dem Tejo, Eintritt: null Franken. Das war eine unserer besten Silvesternächte überhaupt.
Lass die Technik die Nachtschicht machen
Auch im Dezember fallen Preise noch – immer dann, wenn Veranstalter ihre Restkontingente abschreiben, erfahrungsgemäss gern dienstags und mittwochs. Nur: Wer will schon jeden Morgen zehn Suchen durchklicken? Setz stattdessen Preisalarme auf drei, vier Ziele gleichzeitig und lass dich per Mail wecken, wenn einer anspringt. Kostet nichts. Und kombiniere das mit der «±3 Tage»-Suche: Gerade um die Festtage liegen zwischen zwei benachbarten Abflugtagen regelmässig ein paar hundert Franken. Wer vom 26.12. bis 4.1. reist statt vom 23.12. bis 2.1., umgeht gleich beide Preisspitzen – und verpasst zuhause genau gar nichts.
Plan B ist auch ein Plan
Und wenn wirklich nichts Vernünftiges mehr geht? Dann dreh den Spiess um. Buch jetzt die Sportferien oder Ostern zum Frühbucherpreis und leg an Weihnachten einen Umschlag mit dem Reiseziel unter den Baum. Klingt nach Trostpreis, ist aber keiner: Die Vorfreude auf eine Reise macht nachweislich glücklicher als die Reise selbst – das ist tatsächlich erforscht. Dein Konto sieht das übrigens genauso.

